Wellensittiche stammen ursprünglich aus Australien. Dort leben sie in großen Schwärmen und machen viel Lärm und Dreck. Wer sich dies vor Augen führt, wird kaum Überraschungen erleben, wenn er sich für die Haltung von Wellensittichen entscheidet.

Die kleinen Burschen brauchen vor allen Dingen Gesellschaft. Als Schwarmvogel kann man Ihnen nicht schlimmeres antun als Einzelhaft. Sie sollten also auf jeden Fall ein Pärchen erwerben, besser noch vier Stück. Oder Sie entscheiden sich direkt für eine Voliere, in der sich auch ein kleiner Schwarm wohl fühlt. Solch eine Voliere muss nicht unbedingt in der Wohnung stehen. Wellensittiche können in unseren Breiten durchaus auch draußen gut überleben. Es ist lediglich notwendig, Ihnen einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, in den Sie sich zurückziehen können. Aber nicht jeder will die Wellensittichhaltung in diesem Ausmaß durchführen.

In der Wohnung sollte man Ihnen einen genügend großen Käfig zur Verfügung stellen. Genügend groß ist natürlich ein sehr dehnbarer Begriff. Wir haben damals für unsere vier Wellis einen großen Nagerkäfig umgebaut. Der war fast einen Meter lang und entsprechend tief und hoch. Trotzdem hatten wir die Käfigtür tagsüber geöffnet, so das die kleinen Racker im Wintergarten tagsüber Freiflug hatten. Das ist natürlich optimal, kann aber leider nicht jeder gewährleisten. Aber auch in der Wohnung sollten die kleinen Racker jeden Tag die Möglichkeit zum Freiflug haben.

Bedenken Sie allerdings auch die Geräusch und Schmutzemissionen der Piepmätze. Wellensittiche gehören zu der Familie der Papageien. Sie sind zwar nicht so groß wie Ihre Verwandten, machen aber auch gehörig viel Lärm. Und beim Freiflug fällt natürlich auch schon mal eine Bombe nach unten. Zusätzlich knabbern die kleinen Kerle gerne an allem was nicht Niet und Nagelfest ist. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Ficus Benjamini auf einmal keine Blätter mehr hat. Das muss nicht passieren, ist aber im Bereich des Möglichen. Einer unserer Wellies hat sich schamlos an meiner 2 Meter hohen Avocado vergriffen bis sie reif für den Komposter war. Den anderen Wellies waren sowohl die Avocado als auch die anderen Pflanzen vollkommen egal. Übrigens kann man die Wellis auch erziehen. Zu Anfang haben Sie sich gerne an meiner Ananaspflanze vergriffen. Da wir sie dort immer sofort weggejagt haben, haben sie schnell das Interesse verloren und die Ananas in Ruhe gelassen.

Zur Grundausrüstung (sowohl des Käfigs als auch einer Voliere) gehört viel Spielzeug. Eigentlich kann man den Geiern so ziemlich alles anbieten. Verzichten sollten Sie auf jeden Fall auf den beliebten Spiegel und den Plastikvogel. Dies gaukelt dem Tier nur künstlich Gesellschaft vor. Verzichten Sie darauf, zumal Sie ja mehr als einen Vogel halten und somit für Gesellschaft gesorgt ist.

Noch ein Tipp am Ende. Sie können Geld sparen und Ihre Vögel besonders artgerecht halten, wenn Sie statt der Einheitsstangen aus dem Zoomarkt Äste aus dem Wald oder Garten benutzen. Gerade Wellensittiche, die gerne überall rumknabbern, machen Sie mit Ästen aus der Natur eine große Freude. An solch einem Ast kann man nämlich wunderbar rumknabbern. Und die unterschiedliche Dicke des Astes und die raue Oberfläche ist zusätzlich gut für die kleinen Füße.

Autor willi